Familiengeschichte der Familie Lange und de Leuco (Conti)

Diese Seite dokumentiert die Familiengeschichte von Giancarlo Lange und seinen Vorfahren. Die Darstellung verbindet zwei bedeutende Familienlinien: die Familie Lange aus Nöschenrode in Wernigerode im Harz sowie die Familie de Leuco aus dem Kanton Tessin in der Schweiz.

Giancarlo Lange wurde am 21. Februar 1967 geboren. Bis zu seinem elften Lebensjahr war er staatenlos. Erst nach dem Tod seines Vaters erhielt er die Schweizer Staatsbürgerschaft, da er auf schweizerischem Boden geboren wurde. Der Wechsel der Staatsangehörigkeit geschah auf ausdrücklichen Wunsch seiner Mutter Fanny Francesca Lange, die sich kurz vor dem Tod seines Vaters im Kantonsspital Basel mit ihm darüber beraten hatte.

Seit dem 24. April 2015 besitzt Giancarlo Lange zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit und führt seit dem 11. Dezember 2024 auch einen deutschen Reisepass. Giancarlo Lange war nie verheiratet und hat keine Kinder.

Die hier zusammengestellten Informationen beruhen auf intensiven genealogischen Recherchen, historischen Dokumenten sowie Familienunterlagen. Ziel dieser Dokumentation ist es, die Herkunft der Familie nachvollziehbar darzustellen und die Geschichte über mehrere Generationen hinweg festzuhalten.

Herkunft der Familie Lange in Wernigerode

Die Familie Lange stammt aus Nöschenrode, einem historischen Ortsteil der Stadt Wernigerode im Harz. Der erste bekannte Vorfahre der Familie, der in historischen Quellen (Unterlagen der Liebfrauenkirche in Wernigerode) erwähnt wird, ist Ernst Lange.

In Nöschenrode bewohnte die Familie die Lange Straße, die später Kaiser Straße und heute Nöschenröder Straße heißt. Über viele Generationen hinweg waren die Familienmitglieder im Handwerk tätig, genauer gesagt als Hufschmiede und Waffenschmiede.

Ein historisch bedeutsamer Moment für den Ort war das Jahr 1929: Nöschenrode wurde gegen den entschlossenen Widerstand vieler Einwohner nach Wernigerode eingemeindet. Die Bürger protestierten damals sogar bei der zuständigen Behörde in Magdeburg gegen diesen Schritt. Bemerkenswert ist, dass Nöschenrode zu dieser Zeit sogar über eigenes Notgeld (regionale Banknoten) verfügte.

Historischer Bezug zum Krummelschen Haus

Ein zentraler Punkt der Familiengeschichte ist das Krummelsche Haus (auch Gerlitzsches Haus genannt) in der Breiten Straße 72 in Wernigerode. Das Gebäude stand im Eigentum der Familie Gerlitz, aus der Anna Marie Wilhelmine Lange (geborene Gerlitz) stammte. Sie war die Mutter von Hans Otto Wilhelm Lange und gehört damit zur direkten Familienlinie von Giancarlo Lange.

Hans Otto Wilhelm Lange wurde am 09.12.1890 in Elbingerode geboren und verstarb am 16.10.1957 in Wernigerode.

DNA-Recherche und Bestätigung der Enteignung

Um die Familienlinie und die Erbfolge zweifelsfrei zu belegen, gab Giancarlo Lange gemeinsam mit seinem Bruder Hans Joachim Lange (der seit vielen Jahren in Muralto, Schweiz, lebt) einen DNA-Vergleichstest in Auftrag. Die Untersuchung, die auch das Chromosom Y einschloss, wurde im LDM-Labor in Gentilino bei Lugano unter der Leitung von Dr. Michel Bottinelli durchgeführt.

Das Ergebnis bestätigte mit 100 % Sicherheit, dass beide denselben Vater haben: Hans Georg Wilhelm Emil Lange. Die Dokumentation dieser Ergebnisse wurde per Einschreiben an den Oberbürgermeister von Wernigerode, Tobias Kascha, übermittelt. Dessen Assistentin, Ivonne Vesterling, leitete die Unterlagen an Frau Grosse beim Landratsamt des Landkreises Harz weiter.

Am 12. Februar 2024 bestätigte Frau Grosse offiziell den Tatbestand einer Schädigung durch Enteignung des Eigentums in der Breiten Straße 72 (Krummelsches Haus). Giancarlo Lange legt großen Wert auf die Feststellung, dass er keine Zwangsräumung der heutigen Bewohner oder des Betreibers des Restaurants im Krummelschen Haus beabsichtigt. Diese Darstellung dient ausschließlich der korrekten historischen Dokumentation seiner Familiengeschichte und der Klärung der rechtlichen Fakten.

Die mütterliche Linie: Carlo de Leuco (Staatsrat Carlo Conti)

Der Ururgroßvater mütterlicherseits von Giancarlo Lange war Carlo de Leuco, der im Kanton Tessin weithin unter dem Namen Carlo Conti bekannt war. Er wurde am 22. April 1836 in Lugano geboren und verstarb dort am 28. Februar 1900.

Carlo de Leuco war eine bedeutende politische Persönlichkeit: Vom 24. Mai 1878 bis zum 31. Januar 1884 war er Mitglied des Staatsrates des Kantons Tessin. Sein historisches Grab befindet sich auf dem Friedhof an der Via Trevano 84 in Lugano im Feld 71, Nummer 29.

Genealogische Forschung zum Familiennamen

Vor einigen Jahren gab Giancarlo Lange eine umfassende Untersuchung zur Herkunft des Namens Conti in Auftrag, die von dem Genealogen Giorgio Conti aus Manno in der Schweiz durchgeführt wurde, der sich seit rund vierzig Jahren mit genealogischer Forschung beschäftigt.

Die Recherche ergab, dass die Familie des Staatsrates ursprünglich den Namen de Leuco trug. Der Name Conti entwickelte sich erst im Laufe der Zeit als Beiname und verdrängte den ursprünglichen Namen de Leuco schließlich so stark, dass dieser über Generationen fast vollständig in Vergessenheit geriet. Hätte man den Namen Conti noch vor wenigen Jahren in Frage gestellt, wäre man auf entschiedenen Widerstand gestoßen.

Die Familie de Leuco verfügte über Wohneigentum und Lehensgut (sowohl als Mieter als auch als Besitzer) im historischen Zentrum von Lugano sowie in Castagnola, Cassarate, Pregassona, Canobbio, Agno und Caggio (Bioggio). Giancarlo Lange stellt hiermit klar, dass er keinerlei Ansprüche auf diese Immobilien erhebt.

Eindeutige Abgrenzung zu Leonardo Conti

Ein wichtiger Aspekt der Familiengeschichte ist die Klärung des Namens Conti im Hinblick auf Leonardo Conti, der während der Zeit des Nationalsozialismus als Reichsgesundheitsführer eine zentrale Rolle spielte. Leonardo Conti wurde 1900 in Lugano bzw. Monteggio geboren und war unter anderem für die Euthanasieprogramme sowie medizinische Experimente an Gefangenen verantwortlich.

Gemeinsam mit seiner Mutter, Nanna Conti, leitete er zudem die Lebensborn-Organisation in Belgien, wobei sie mit den Gynäkologen Frans Daels und Adele Vankerckhove (Leiter der Provinz-Hebammenschule in Gent) zusammenarbeiteten. Die genealogischen Untersuchungen von Giorgio Conti belegen eindeutig, dass keine familiäre Verbindung zwischen der Familie von Carlo de Leuco (Carlo Conti) und Leonardo Conti besteht.

Der Name de Leuco wurde lediglich durch den Beinamen Conti überlagert, was in der Vergangenheit zu Verwechslungen führte. Giancarlo Lange distanziert sich ausdrücklich von Nationalsozialismus, Faschismus und der Lebensborn-Organisation. Er verurteilt sowohl Adolf Hitler als auch Leonardo Conti für das verursachte Leid als Kriegsverbrecher.

Bezüglich der Fortpflanzung und des Kinderwunsches vertritt Giancarlo Lange die Meinung, dass die Eizellenspende heutzutage in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz erlaubt sein müsste.

Tätigkeit von Giovanni de Leuco im Widerstand

Giancarlo Langes Großvater mütterlicherseits war Giovanni de Leuco. Während des Zweiten Weltkriegs war er beim Schweizer Zoll in Domodossola (Italien) angestellt. Gleichzeitig fungierte er als Informant und Spion für die Schweizer Armee unter der Leitung von Hauptmann Peter Bammatter. In dieser Funktion unterstützte er aktiv die Partisanen im norditalienischen Ossola-Gebiet.

Um seine lebensgefährliche Geheimtätigkeit zu tarnen, war Giovanni de Leuco gezwungen, gegenüber nationalsozialistischen und faschistischen Kontrollposten den Hitlergruß zu zeigen. Während dieser Zeit versteckte er wichtige Briefe unter seiner Kleidung, um sie sicher zwischen Italien und der Schweiz zu schmuggeln. Oft wurde er dabei von seiner damals noch sehr jungen Tochter, Fanny Francesca de Leuco (der späteren Mutter von Giancarlo Lange), begleitet.

Die Simplonfestung Naters (heute ein Museum im Wallis) führt Giovanni de Leuco offiziell als Fourier der Schweizer Armee und Untergebenen von Hauptmann Bammatter.

Weitere Familienmitglieder: Elisa de Leuco und Nilla Lombard

Giovanni de Leuco hatte zwei Schwestern, die die mütterliche Linie von Giancarlo Lange vervollständigen:

  • Elisa de Leuco: geboren am 22. Oktober 1900 in Lugano, verstorben dort am 10. Mai 1993.
  • Nilla Lombard (geborene de Leuco): geboren am 18. September 1902 in Lugano, verstorben am 4. November 1993 in Filmore, Kalifornien. Sie wurde auf dem Friedhof von Bardsdale an der Seite ihres Ehemannes Thomas Allen Lombard beigesetzt.

Hans Georg Wilhelm Emil Lange: Vater von Giancarlo Lange

Giancarlos Vater stammte aus Nöschenrode und war 1975 als Zahnarzt in der Via San Bernardino 2 (Casa Claudia) in Ponte-Tresa tätig. Giancarlo Lange legt großen Wert darauf, die Integrität seines Vaters zu betonen: Hans Georg Wilhelm Emil Lange hatte keinerlei Verbindung zu Helmut Horten aus Bonn/Croglio, der sein Vermögen durch Arisierung enteigneter Juden angehäuft hatte.

Diese persönlichen Begegnungen und die detaillierte Erfassung aller Familienzweige – von den Schmieden im Harz bis zu den Staatsräten im Tessin – bilden das Fundament dieser umfassenden Dokumentation.